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Regelungen in der Ersten Hilfe Ausbildung - Änderungen bringen weniger Theorie, mehr Praxis

Zum 1. April gibt es umfangreiche Änderungen in der Erste Hilfe Aus- und Fortbildung: Der zukünftige Lehrgang „Ausbildung in Erster Hilfe – „Rotkreuzkurs“ dauert nunmehr 9 statt 16 Unterrichtseinheiten und ersetzt den Erste Hilfe Kurs für Ersthelfer in Betrieben. Im Zuge dieser Revision werden zukünftig auch alle Führerscheinanwärter jeder Fahrzeugklasse (PKW und LKW) den neuen Rotkreuzkurs besuchen können. Das bekannte Kursangebot „Lebensrettende Sofortmaßnahmen“ wird dann, nach einer Übergangsfrist, eingestellt. Bis zur endgültigen Umsetzung werden beide Kursangebote – „Lebensrettende Sofortmaßnahmen“ und der neue neunstündige „Rotkreuzkurs“ – gleichermaßen anerkannt.

„Ziel ist es künftig alle Erste Hilfe-Lehrgänge auf neun Unterrichtsstunden zu straffen, und zugleich mehr Praxis und weniger Theorie anzubieten“, erklärt Markus Metzger, Sachbearbeiter Breitenausbildung DRK-Kreisverband Birkenfeld. „Rund 40 Ausbildungsbeauftragte der Kreisverbände und Lehrbeauftragte des DRK-Landesverband wurden in das Kurskonzept eingewiesen, und haben in Folge rund 700 Erste Hilfe-Ausbilder in dem verkürzten, pädagogisch überarbeiteten Lehrgang fortgebildet. Jetzt kann es losgehen“, freut er sich.

Mehr praktische Übungen, weniger Medizintheorie, sollen künftig die Handlungsfähigkeit und den Lerneffekt bei den Kursteilnehmern nachhaltig verbessern. Teilnehmerinteressen, sich verändernde Risikoszenarien, Lerngewohnheiten und Lebenswelten der Zielgruppen stehen dabei stärker im Fokus. Landesweit investierte das rheinland-pfälzische Rote Kreuz rund 150.000 Euro, um das praxisorientierte attraktive Konzept auf pädagogisch und didaktisch neuestem Wissensstand umzusetzen.

Für Ersthelfer in Betrieben wurden Inhalte auf das Wesentliche reduziert: „Zum Beispiel wird es mehr Training der Herzdruckmassage geben statt theoretischer Erläuterung des Blutkreislaufs“, erklärt Markus Metzger. Mit der Verkürzung und Orientierung auf Praxisnähe und einfache Handlungsstrategien könne die Hemmschwelle für den Besuch einer Erste Hilfe Ausbildung gesenkt werden. „Und je trainierter Ersthelfer sind, desto mehr trauen sie sich im Notfall zu“, weiß Metzger aus seiner praktischen Erfahrung. Außerdem nähere sich das DRK mit der zeitlichen Verkürzung damit den europäischen Standards für die Erste Hilfe Ausbildung an.

Die DRK-Kreisverbände vor Ort bieten zusätzlich zum neuen kompakten  „Rotkreuzkurs“ ergänzende, zielgruppenorientierte Ausbildungen an. Unter der „Kursfamilie“ „Rotkreuzkurs plus“ finden sich dann wie gewohnt Angebote wie Erste Hilfe-Training, Erste Hilfe am Kind oder Erste Hilfe Sport, etc.
Hintergrund:
Die gemeinsame europaweite Studie des Deutschen Roten Kreuzes und des ADAC zur Ersten Hilfe im Straßenverkehr in 14 Ländern im Jahr 2013 hat gezeigt: Die Deutschen  wollen im Ernstfall zwar helfen, können es praktisch aber meistens nicht. Besonders die wichtige Herz-Lungen-Wiederbelebung beherrschen nur Wenige. Dies war der wesentliche Anstoß die Erste Hilfe-Ausbildung zu reformieren, und künftig weniger Theorie und mehr Praxis in den Mittelpunkt zu stellen. Die gesetzliche Unfallversicherungsträger und Berufsgenossenschaften haben u.a. angesichts dieser Tatsachen beschlossen, die didaktische Vermittlung der Lernthemen in Kooperation mit der Bundesarbeitsgemeinschaft für Erste Hilfe zu überarbeiten.

7 Tipps für Erste Hilfe


1. Auf Sicherheit achten:
An Unfallorten im Straßenverkehr unbedingt eine Warnweste tragen, Unfallstelle absichern (Warndreieck); zuerst Gefahren für sich und andere einschätzen. Nur wenn man selbst nicht in Gefahr gerät, kann man helfen.

2. Einen ersten Überblick über die Situation verschaffen:
Wer ist verletzt? Wer brauchst als Erster Hilfe? Verletzte sollten aus der Gefahrenzone gebracht werden, wenn dies kein unnötiges Risiko darstellt.

3. Erste Hilfe ist Teamarbeit: Laut „Hilfe” rufen
Die Umgebung deutlich auf den Notfall aufmerksam machen. Also direkt ansprechen und die notwendigen Maßnahmen durch konkrete Ansagen verteilen (z.B. „Sie mit dem roten Pulli, wählen Sie den Notruf 112”).

4. Sofort Notruf absetzen – 112 gilt europaweit, überall und kostenlos
Möglichst schnell den Rettungsdienst verständigen: Wo hat sich der Notfall ereignet? Den Standort möglichst exakt angeben und auf weitere Fragen vorbereitet sein, wie z.B. Was ist geschehen? Wie viele Personen sind betroffen? Unbedingt abwarten, bis die Rettungsleitstelle alle wichtigen Infos abgefragt hat und das Gespräch beendet.

5. Kontakt zum betroffenen aufnehmen und halten
Auf Augenhöhe zum Betroffenen begeben und mitteilen, das man bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes bei der Person bleiben wird. Dabei immer dem Betroffenen erklären was man tut. Zuhören und die Wünsche der verletzten Person beachten. Einfach nur da sein hift schon, eine Hand, ein tröstendes Wort, Abschirmen gegen neugierige Blicke.

6. Betroffene medizinisch versorgen
Beim Verbinden von Wunden immer Einmalhandschuhe benutzen!

7. Vorbereitet sein
Überprüfen Sie Ihren Verbandskasten im Auto: Ist er vollständig, das Verbrauchsdatum nicht überschritten? Am besten auch für zu Hause und für Rad- und Wandertouren einen bereithalten.

Und besonders wichtig: Erste-Hilfe-Kenntnisse immer mal auffrischen.